Am 16. April fand in Braunschweig eine Veranstaltung für langjährige Mitarbeitende statt. Den Tag verbrachten die Kolleg:innen aus unterschiedlichen Handlungsfeldern und Bereichen der Dachstiftung bei der "Rosenweg 76" Ausstellung der Diakonischen Gesellschaft Wohnen und Beraten (DWB) in Braunschweig.
Ein gelungener Start: Begrüßung und Einführung
Um 10 Uhr begann die Veranstaltung in den Räumen der Ausstellung am "Rosenweg 76". Nach einer herzlichen Begrüßung startete der Tag mit einer kurzen Vorstellungsrunde, bevor DWB Kollegin Stefanie Kuper die Teilnehmenden behutsam in das zentrale Thema des Tages – häusliche Gewalt – einführten. Der Auftakt war eindrucksstark: Eine Audioaufnahme, die Stimmen hinter einer verschlossenen Tür und Geräusche von Gewalt wiedergab, sorgte für eine nachdenkliche Atmosphäre und ließ die Anwesenden unmittelbar in die Thematik eintauchen. Es wurde diskutiert, wie man sich in solchen Situationen als zufälliger Beobachter verhalten könnte.
Selbst geforscht: Die Ausstellung Rosenweg 76 erleben
Im Anschluss erfuhren die Teilnehmenden mehr über Hilfsmöglichkeiten für Betroffene von häuslicher Gewalt. Ausgestattet mit einer sogenannten Laufkarte ging es auf einen selbstständigen Rundgang durch die Ausstellung des "Rosenwegs 76". Die Teilnehmenden erkundeten verschiedene Räume, hörten weitere Audios, prüften Anrufbeantworter und suchten nach versteckten Hinweisen auf häusliche Gewalt – auch Schränke und Schubladen durften geöffnet, Notizzettel gelesen und kleine Infotafeln entdeckt werden.
Diese interaktive Ausstellung ermöglichte einen tiefen Einblick in die Perspektiven der betroffenen Frauen, Männer, Kinder und auch in die Gewalt in der häuslichen Pflege. Besonders eindrucksvoll war die Darstellung, wie vielfältig und allgegenwärtig häusliche Gewalt in Familien sein kann. Neben der Gewalt in der Familie kam auch das Thema Gewalt in der Pflege ausführlich zur Sprache. Die beteiligten Kinderperspektiven zeigten anschaulich, wie belastend das Miterleben von Gewalt sein kann. Die verschiedenen Gewaltformen wurden eindrücklich und differenziert dargestellt.
Gemeinsame Reflexion: Diskussion und Austausch
Nach dem Rundgang kamen die Teilnehmenden zu einer gemeinsamen Reflexion zusammen. Im Mittelpunkt standen hier die unterschiedlichen Personas als Beispiele der Häuslichen Gewalt der Ausstellung und die Erklärung der sogenannten Gewaltspirale. Besonders wichtig: Die Frage, warum eine Trennung bei Gewalterfahrungen für Betroffene oft so schwierig ist. Hier zeigte sich: durchschnittlich dauert es sieben Jahre und sieben Versuche, bis eine endgültige Trennung gelingt – eine Zahl, die viele nachdenklich stimmte. Zum Abschluss des Ausstellungteils wurde intensiv diskutiert, was jede:r Einzelne im eigenen Umfeld tun kann, um Betroffenen zu helfen.
Die Feedbackrunde zeigte: Die Ausstellung hat einen tiefen Eindruck hinterlassen. Die Führung durch das DWB Ausstellungsteam wurde als äußerst gelungen empfunden und viele waren emotional bewegt. Besonders der Wunsch, noch mehr Zeit zum Erkunden der Ausstellung zu haben, wurde mehrfach geäußert.
Mittagspause und Input: Einblicke in die Arbeit der Diakonischen Gesellschaft Wohnen und Beraten
Um 12:30 Uhr ging es zum gemeinsamen Mittagessen im Diakonieheim am Jödebrunnen. Danach folgte ein informativer Impuls von DWB Kollegin Sandra Brünger, die einen Einblick in das Arbeitsfeld „Diakonische Gesellschaft Wohnen und Beraten“ (DWB) gab. Sie sprach über die Ursprünge, verschiedene Arbeitsbereiche, die Herausforderungen der Wohnungsnotfallhilfe und die Gewalt, der dort viele Menschen ausgesetzt sind.
Gruppenarbeit und weitere Vernetzung
In kleineren Gruppen wurde anschließend gemeinsam reflektiert, wo im Arbeitsalltag Gewalt erlebt oder beobachtet wurde, und welche Möglichkeiten es gibt, dieser entgegenzuwirken. Die Teilnehmenden tauschten Praxiserfahrungen aus und diskutierten verschiedene Ansätze, Gewalt im eigenen Arbeitsumfeld aktiv entgegenzutreten.
Positives Fazit und Ausblick
Auch die abschließende Feedbackrunde war von großem Zuspruch geprägt. Die Ausstellung am Vormittag wurde besonders hervorgehoben. Ebenso die Gelegenheit, Einblicke in andere Arbeitsfelder der Dachstiftung zu bekommen, neue Kolleg:innen kennenzulernen. Ein Wunsch wurde dabei deutlich: Noch mehr Zeit für den Austausch und die Vernetzung untereinander wäre wünschenswert.
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